Der Gesangverein "Eintracht" Adendorf
In Adendorf wurde von Alters her viel gesungen, meist in der sogenannten „Erdstube“, wo Meister und Gesellen an der Töpferscheibe drehten, Frauen und Mädchen die Töpfe henkelten oder bemalten. „Wenn gute Lieder sie begleiten, dann fließt die Arbeit munter fort.“
So blieb es nicht aus, dass einige sangesfrohe Männer sich entschlossen, neben dem schon bestehenden Kirchenchor auch das weltliche Liedgut zu pflegen.
Am 18. Mai 1910 gründeten in der Gaststätte „Trappe“
- Hubert Corzelius,
- Winand Corzelius,
- Franz Kerzmann,
- Winand Neukirchen,
- Peter Söndgen und
- Wilhelm Wiesel
den Männer-Gesangverein „Eintracht Adendorf“.
Erster Präsident wurde Winand Corzelius, Dirigent Josef Corzelius. Mit großer Spannung wurde das erste Auftreten des Chores erwartet. Der Erfolg gab den wackeren Sängern den Mut, sich schon 1912 an einem Gesang-Wettstreit in Bad Neuenahr zu beteiligen. Mit dem dritten Klassenpreis wurden ihre Darbietungen belohnt.
Der erste Weltkrieg rief fast alle Sänger an die Front, von wo mancher nicht mehr zurückkehrte. Danach nahm der Verein einen ungeahnten Aufschwung. Die Zahl der aktiven und fördernden Mitglieder schnellte in die Höhe. Der Brennpunkt des öffentlichen Lebens war damals das Haus „Niederstein“, wo der MGV über 50 Jahre lang probte. Leider ist es heute einem Neubau gewichen.
Einen Höhepunkt erreichte die „Eintracht“ 1938 mit Mitwirkung in der Rundfunksendung „Werkpause der Adendorfer Kannenbäcker“. Das Ereignis wurde aus Niedersteins Saal ausgestrahlt. Diese Sendung war eine wahre Sensation und machte den Verein überregional bekannt.
Nach dem zweitem Weltkrieg mit wiederum vielen Verlusten in den Reihen der Sänger, erholte sich der Verein nur langsam. Als der junge Obstbauer Matthias Cremerius genannt Matschö den Vorsitz übernahm, ahnte keiner, dass er dieses Amt 46 Jahre lang innehaben sollte. Er löste die nicht immer leichte Aufgabe mit großem Geschick und einer beachtlichen Portion Mutterwitz. Der Verein hat heute in ihm einen Ehrenvorsitzenden, dem noch immer das Schicksaal der Eintracht sehr am Herzen liegt.
Für den MGV „Eintracht“ Adendorf folgte eine erfüllte Zeit mit zahlreichen musikalischen Höhepunkten anlässlich von Freundschaftstreffen mit anderen Vereinen, weltlichen und sakralen Konzerten und den immer wieder gern gefeierten Chorjubiläen. Besondere Verdienste erwarb die Sängerschar bei der Pflege des rheinischen Brauchtums, wobei die fünfte Jahreszeit an erster Stelle stand. Für 1966 bereitete der MGV nach langer Pause wieder eine Karnevalssitzung vor, mit einem riesigen Erfolg, obwohl oder gerade weil alle Programmbeiträge selbst gestaltet waren. Besonders Toni Wolber als einfühlsamer Texter, Komponist und Dirigent sowie Hans Büchel, der als Präsident humorvoll das Zepter schwang, zeichneten für den Erfolg dieser und aller folgenden Sitzungen verantwortlich.
Viele Reisen haben das Zusammengehörigkeitsgefühl der Sänger geprägt. Unvergesslich sind jedoch zwei Reisen nach England, vermittelt durch den damaligen britischen Militärattaché. Zusammen mit dem Bölinger Liederkranz reisten die Sänger 1977 und 1979 zu dem Gastchor „Milton Glee Club“ nach Portsmouth. Beeindruckend war die Gastfreundschaft der Engländer, das Konzert in der Guildhall, aber auch die stürmische Kanalüberquerung.
Im Oktober 1980 übernahm der Kirchenmusiker Gerd Otterbach die Chorleitung. Er führte die Eintracht zu neuen musikalischen Höhepunkten und vermittelte zahlreiche neue Chorfreundschaften. Aus gesundheitlichen Gründen musste er 2002 die Chorleitung nach 25 Jahren erfolgreicher Arbeit abgeben und verstarb bald darauf. Sein Nachfolger ist Alfons Gehlen, der zusammen mit dem neuen Vorsitzenden Rainer Engberding den Chor mit neuem Geist erfüllt hat. Gleich zu Beginn setzte er den ersten Höhepunkt mit einem Auftritt im Rahmen des Kreiskonzerts „Chorfantasien“ in der Bonner Beethovenhalle.

Anlässlich des Musicals "Die Kannebäcker" wurden auch Frauen gesucht, die bereit waren, bei den Aufführungen mitzuspielen und vor allem mitzusingen. Die gemeinsamen Proben und die Aufführungen haben allen - auch den traditionellen Mönnern - so viel Freude gemacht, dass man anschließend beschlossen hat, den Männerchor in einen gemischten Chor umzuwandeln. Folgerichtig wurde auch der Name in Gesangverein "Eintracht" Adendorf geändert. Diesen Schritt haben wir nicht bereut. Ganz im Gegenteil!
Zusammen mit drei anderen Wachtberger Chören gestaltet die Eintracht das Konzert der Wachtberg-Chöre in der Aula des Schulzentrums Berkum. Mit seinen Adventskonzerten in der Adendorfer Pfarrkirche St. Margareta versetzt der Verein die Adendorfer mit beliebten Weihnachtsliedern aber auch mit anspruchsvollen sakralen Werken in eine vorweihnachtliche Stimmung.
Höhepunkt des chorischen Schaffens ist jedoch das alle zwei Jahre stattfindende Burgkonzert im Renaissance-Innenhof der Burg Adendorf. Die reizvolle Umgebung und die überraschende Akustik gepaart mit einem hohen musikalischen Niveau lassen dieses Konzert immer wieder zu einem Erfolg werden.
Anlässlich dieses Konzerts wird auch der „Goldene Ton“ verliehen an eine Persönlichkeit, die sich um den Verein oder den Chorgesang verdient gemacht hat.
Die Schirmherrschaft über den Gesangverein „Eintracht“ hat unsere Adendorfer Baronin übernommen. Gabriela Freifrau von Loe ist eine treue Anhängering des Chores und nutzt ihren Einfluss im gesellschaftlichen und kulturellen Leben zum Wohle des Vereins.
Mit seinen außergewöhnlichen Aktivitäten hat die „Eintracht“ das Image eines verstaubten Gesangvereins – wenn sie das je gehabt hatte – längst abgelegt. Besonders das Musicalprojekt „Die Kannebäcker“ zeugt von Mut, Selbstbewusstsein und pulsierendem Leben. Überzeugen Sie sich selbst, welche Freude das gemeinsame Singen bereiten kann. Wir proben jeden Donnerstag von 20.00 bis 22.22 Uhr.